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Wie gesagt, ich hatte eine
wundervolle Kinder- und Jugendzeit. Das erste was man als neuer Erdenbürger in
der DDR bekam, waren ein Impfausweis und eine Wiegekarte, jedenfalls hatte ich
so etwas!
An vieles aus meiner Kindheit kann ich mich noch erinnern.
Meine
früheste Erinnerung war, ....ich lag im Gitterbettchen, welches mit dem
Kopfende zum Fenster stand. Vor dem Fenster ein sich vom starken Wind wiegender
Birnbaum. ...mir war nicht gut, und ich machte mich durch lautes Weinen
bemerkbar. Dann sah ich Mutti zu mir ins Bett schauen, sie lächelte mich
an....strich mir über die Stirne, schlug meine Decke zurück und es war einfach
nur herrlich! ....so schön kühl......Wie sie gegangen war bemerkte ich nicht,
doch als sie wiederkam, steckte sie mir etwas Süßes in den Mund.
-es waren kleine weiße Fieberperlen, die es zu meiner Zeit gab! In
den Kindergarten wollte ich nicht so
recht. Aber da ich das Glück hatte, dass Mutti zu Hause arbeitete, konnte ich
daheim bleiben. An der alten Schule in
Berga (linkes Bild) wurde ich eingeschult.
An einem Samstag bekam ich meine
Zuckertüte. Ich weiß es noch wie heute. Wir Schulanfänger saßen in den alten
Klappbänken unseres zukünftigen Klassenraumes, vorne standen einige Eltern und unsere
Lehrerin Frau Geiger, und
durch die offenstehende Tür konnte man einige Jungpioniere in ihren weißen
Blusen und blauen Halstüchern sehen, die mit Zuckertüten in
den Armen warteten. Ein Schulanfänger nach dem anderen wurde von der Lehrerin nach vorne
gerufen, wo er seine Zuckertüte überreicht bekam. Es dauerte eine Weile bis
ich aufgerufen wurde und an die Reihe kam. Meine Zuckertüte war groß und
ziemlich schwer, aus der Hand wollte ich sie nicht mehr geben, aber ich war ganz
tapfer und habe sie alleine nach Hause getragen. Ich
freute mich auf die Schule, und aufgeregt war ich
selbstverständlich auch. Aber ich hatte es gut, denn in den unteren Räumen des
Gebäudes war die Sonderschule untergebracht, und mein Vati war dort
Sonderschullehrer.
Früh konnte ich mit ihm zur Schule gehen, und manchmal konnten wir gemeinsam
wieder nach hause. In der oberen Etage waren die erste und zweite Klasse
untergebracht. Dort verbrachte ich die ersten zwei Jahre meiner Schulzeit, und
erhielt in dieser Zeit mein blaues Pionierhalstuch. Von
der 3. -10. Klasse besuchte ich die Polytechnische Oberschule in Berga.

Pionierausweis
Als ich noch so klein war, hatten
wir (meine Eltern) zuhause keine
vollautomatische Waschmaschine und auch keinen Kühlschrank, das kam erst alles
später. Es war sicher oft nicht leicht und es wurde viel selbst gemacht und Vorratshaltung betrieben. Erdbeeren,
Stachelbeeren, Sauerkirschen, Süßkirschen, Pflaumen, Marunken und Äpfel wurden in großen Mengen
im eigenen Garten geerntet und anschließend eingeweckt. Das war immer viel
Arbeit, verbunden mit großer Hitzeentwicklung durch den großen Einkochtopf,
der mit sechs im Wasser stehenden 1Liter Rillengläsern zum kochen gebracht
wurde, und einige Zeit vor sich hin köchelte. Aber man
freute sich über das leckere, selbstgemachte Kompott, was dann immer zur
Verfügung stand. Birnen und Winteräpfel legte man im Herbst nach der Ernte
vorsichtig auf Bretterregale im Keller, für den Winter eben! *-- Manchmal hab
ich mir da eine Birne stibitzt, sie war zwar furchtbar hart, aber trotzdem
lecker! -- * Auch kann ich mich erinnern,
als mein Vati mit mir, (es muss im späten November oder Anfang Dezember
gewesen sein, denn es lag schon Schnee), mit einem Handwagen loszog, um in der
Bergaer Schloßgärtnerei Äpfel für Weihnachten zu holen. Die Hinfahrt war
trotz Kälte noch ganz angenehm, doch die Heimfahrt war nicht gerade das, was
man als schön bezeichnen konnte. Vati zog den Handwagen, und
ich schob hinten was ich konnte. Vati zog es öfters beim ziehen ein Bein weg, der Wagen
rutschte trotz seiner Last hin und her, und
wie sollte es anders sein?...ich rutschte ebenfalls. Die Äpfel waren zum
Kälteschutz gut
in wärmende Decken gehüllt, trotzdem musste es zügig heim gehen. Doch was am
allerbesten war, und mir bis heute in Erinnerung geblieben ist, war der
herrliche, intensive Apfelduft. Noch heute weckt es die Erinnerung an diesen
einen winterkalten Abend, - wenn ich diese wohlschmeckende Sorte roter Winteräpfel rieche!
Auf alle Fälle halfen wir Kinder (meine
fünf Jahre ältere Schwester und ich),
immer bei der Ernte und dem Einkochen mit! Und selbstverständlich hatte jede
von uns Mädchen auch ihre, dem Alter angemessenen Aufgaben im Haushalt zu
erledigen. Dazu kam samstags noch das Aufräumen und Säubern des eigenen Zimmers.
-Aber ich war noch bei der Vorratshaltung! - Die Einkellerungskartoffeln gab's im Herbst von
der LPG (P) Berga (Landwirtschaftliche-Produktions-Genossenschaft / Pflanzenproduktion). Pro Erwachsenen
standen 2 Zentner zu, pro Kind 1 Zentner. Der Zentnerpreis kam 7.30 Mark. Die
Kartoffeln wurden, in Säcken abgepackt, ausgeliefert. Natürlich mussten die
Säcke wieder zurück gegeben werden. Wir schütteten jedenfalls unsere
Kartoffeln erst einmal vorsichtig aus, sodass sie nicht noch mehr Schläge
abbekamen wie sie ohnehin schon hatten, und ließen sie an der Luft trocknen. Erst dann
wurden sie in den Keller gebracht, sortiert nach "gute" und
"weniger gute". Letztere wurden dann zuerst verbraucht. Wenn man
Glück hatte, hielten sich die Kartoffeln über den Winter, doch es
kam auch vor, dass sie schnell faulten.
Zum Einkaufen ging es in den
Konsum, in eine Art "Tante Emma Laden". Ich kann mich noch erinnern, dass es
viele Lebensmittel "lose", also unverpackt gab, und man extra
Gefäße von Zuhause mitnahm, um z.B. Butter, Senf, Marmelade oder Milch kaufen
zu können. Wenn Mutti mit mir einkaufen ging, durfte ich die Milchkanne heim
tragen, worauf ich sehr stolz war. Später dann, als ich so um die sieben oder
acht Jahre alt war, gab es die Milch dann in Flaschen, die Butter war wie heute
auch in Stücke verpackt, und Marmelade gab es in 500g Gläsern mit
Schraubdeckel, später mit Weichplastikdeckel zum
"wiederdraufdrücken". Überhaupt konnte man sein Kind zu DDR-Zeiten
einkaufen schicken, und das Geld passend mitgeben. Da
fällt mir ein Erlebnis ein, welches ich hier zum besten geben möchte. Es hat
mit dem "Geld passend mitgeben" zu tun! Meine Schwester und ich
sollten zum Einkaufen in den Konsum gehen. Mutti steckte uns Geld ins
Portemonnaie, wir zogen unsere Schuhe an, nahmen Muttis große braune
Einkaufstasche und zogen los. Im Konsum angekommen, nahmen wir den
Einkaufszettel aus der Tasche und taten alles in unseren Korb was darauf stand.
Es war sehr viel und wurde immer mehr. Meine Schwester überlegte schon langsam,
wie wir alles heim brächten. Als es ans bezahlen ging reichte das Geld nicht,
und ich glaube das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich mich schämte.
Wir durften aber trotzdem alles mitnehmen, was wohl daran lag, dass die
Verkäuferin uns kannte. Die Tasche war übervoll und furchtbar schwer. Dazu
waren wir links und rechts bepackt wie die Esel und ich hatte die Milchkanne!
Meine Schwester schimpfte mit mir, weil ich etwas Milch verschwepperte. Ich war
eingeschnappt mit ihr, sie war übellaunig und beide schwitzten wir, als wäre
Hochsommer. Mutti hielt schon Ausschau, wo wir denn blieben - und als sie uns
endlich sehen konnte, fiel es ihr schlagartig ein! ......der Zettel vom letzten
Wochenendeinkauf war noch in der Tasche!............... und es tat ihr dann von
Herzen leid, dass wir uns so abmühen mussten!............. Alles hat landesweit den
selben Preis gehabt, da Lebensmittel und andere Produkte staatlich subventioniert
wurden. Trotzdem sollte sich die Versorgung der Bevölkerung Jahre später
drastisch zum Negativen wenden, wodurch große Missstände
entstanden, die den Unmut der Bevölkerung stetig steigen lies.
Einige Preise sind in meinem Gedächtnis noch hängen
geblieben, wie z.B.:
1kg Tüte Zucker = EVP 1,55 M
(EVP heißt Endverkaufspreis)
1kg Tüte Salz = EVP 0,12 M
1kg Tüte Mehl (Typ 405) = EVP 1,40 M
1 Spitztüte Kaffeesahne = EVP 1,40 M
125g Bohnenkaffee "Costa" = EVP 7,50 M
125g Bohnenkaffee "Rondo" = EVP 8,75 M
125g Bohnenkaffee "Mona" = EVP 10,00 M
100g Tafel Schokolade "Süßtafel" =
EVP 0,80 M
100g Tafel Schokolade "Meisterklasse"
= EVP 3,85 M
1 Flasche Milch 1/2 Liter = EVP 0,36 M
plus 0,20 M Flaschenpfand
1 Beutel Vanillepudding = EVP 0,32 M
1 Beutel Schokopudding = EVP 0,60 M
1 Beutel Schokopudding mit gehackten Mandeln =
EVP 0,85 M
250g Butter = EVP 2,50 M
200g Rahmbutter (Halbfettbutter) = EVP 1,75 M
Margarine "Marina" = EVP 0,75 M
Margarine "Sahna" = EVP 1,00 M
250g Kakao = EVP 4,00 M
Kuchenschokolade = EVP 2,40 M
1 Glas Rotkraut = EVP 1,40 M
1 Glas Bockwürste = EVP 4,50 M
1 Tüte Lorbeerlaub 10g (Gewürze aus Gera) =
EVP 0,22 M
1 Päckchen Feueranzünder "Flamat"
= EVP 1,40 M
1 Glühbirne NARVA 40W = EVP 1,50 M
1 Glühbirne NARVA 100W = EVP 1,75 M
1 Brot (drei Pfund) = EVP 0,93 M
1 Semmel = EVP 0,10 M
1 Pfannekuchen (Berliner) = EVP 0,20 M
1 Milchbrötchen = EVP 0,06 M
ATA (Scheuersand) = EVP 0,13 M
FIT (Geschirr-Spühlmittel) = EVP 1,75 M
Spee (Waschmittel) 250g = EVP 2,00 M
IMI (Starkreiniger) 688g = EVP 0,55 M
tin tex (Schmutzlöser für Flecken) 150g = EVP2,00 M
Auf die Weihnachtszeit gab es
dann auch noch.....
200g Kokosnuss = EVP 4,00 M
500g Haselnüsse = EVP 8,00 M
500g Mandeln = EVP 10,00 M
1 großer Schokoladenweihnachtsmann = EVP 10,00 M
1 kg Apfelsinen (Kuba-Orangen) = EVP 4,00 M
1kg Mandarinen = EVP 5,00 M
1 Tüte Räucherkerzen "Bunte Mischung" (38-42
Stück) = EVP 0,72 M
Durch die Sparsamkeit meiner
Eltern konnten sie sich 1967 einen gebrauchten 311'er Wartburg leisten. Das war
schon etwas besonderes, denn damit war man flexibler und unabhängiger. Damals gab es noch keine
Sicherheitsgurte oder Kopfstützen, geschweige denn Airbags. Trotzdem sind wir
immer wohlbehalten an unseren Zielen angelangt. Und wir Mädchen hatten stets
viel Spaß auf dem Rücksitz. Und gefährlich war es auch nicht, auch wenn es
keine Kindersicherung an den Autotüren gab. Unsere Eltern unternahmen viele
Ausflüge mit uns zu Museen und Sehenswürdigkeiten, oder um der Verwandtschaft
Besuche abzustatten. Die erste gemeinsame Urlaubsfahrt
unternahmen wir an die Ostsee, nach Bad Doberan am 14. Juli 1968, es waren wunderschöne
Ferien für uns alle! ... und ....den ersten Blick aufs Meer,
den vergisst man nie! Es folgten noch viele schöne Urlaubsfahrten, auch ins
sozialistische Ausland. Wir Kinder bekamen viel geboten und konnten so unseren
Horizont erweitern.
Während den achtwöchigen Sommerferien,
die es zu DDR-Zeiten zwischen den Schuljahren gab, konnten die Kinder ins
Ferienlager fahren. Hunderttausende Kinder verbrachten unabhängig vom
Geldbeutel ihrer Eltern erlebnisreiche Tage in den Ferienlagern. Der Staat
stellte jährlich wachsende Zuschüsse zur Verfügung. Jeder größere Betrieb der DDR hatte für
die Kinder seiner Betriebsangehörigen ein Ferienlager eingerichtet; das waren feste Unterkünfte,
Bungalowsiedlungen- die generell als Ferienobjekte genutzt wurden, und auch Zeltlager. Neben den Betriebsferienlagern gab es zentrale Pionierlager. Sie
waren einzelnen Ministerien zugeordnet und hatten mindestens einen
Trägerbetrieb. "Hauptaufgabe der Ferien ist es, körperliche
Kräftigung und Gesunderhaltung der Schüler zu sichern und den
sozialistischen Bildungs- und Erziehungsprozess weiterzuführen", schrieb
das Handbuch für Freundschaftspionierleiter vor. Und genauso galt, dass "die
Liebe zum Kind, die Freude an der Erziehungs- und Bildungsarbeit wichtigste
Voraussetzungen für Lagerleiter und Ferienhelfer" waren. Die Bildungs-
und Pionieraufträge, Kultur- und Sportausscheide, die Feste, Unternehmungen und
Wanderungen sind den meisten der einstigen Ferienlagerkinder als
genau das in Erinnerung geblieben: Ferien = Spiel, Spaß und Toben. Die Ferienlager
waren stets vollständig belegt. Ein dreiwöchiger Aufenthalt kostete, abhängig
vom elterlichen Einkommen, zwischen 12 und
30 Mark. Im Preis waren An- und Abreise, Ferienprogramme, wie etwa Ausflüge und
Wanderungen etc., Unterkunft, und Vollverpflegung inbegriffen. Die Betriebe,
der FDGB (Freier Deutscher Gewerkschaftsbund) und der Staat übernahmen die eigentlichen Kosten dafür. Wer
zu Hause blieb, konnte für einen Unkostenbeitrag pro Woche in die Ferienspiele gehen. Diese waren für die
Klassen 1 bis 4 eingerichtet und sicherten ein "inhaltsreiches und
interessantes Ferienleben vor Ort".
Ferien in der DDR - das
waren, wie schon erwähnt, im Sommer volle acht Wochen Freizeit. Die Schulkinder
hatten auf das Jahr verteilt 96 Tage Ferien und zehn weitere schulfreie Tage.
Diese waren republikweit einheitlich festgelegt.
Um den 1.
September herum begann ein neues Schuljahr. Natürlich war man schon gespannt,
was es im kommenden Schuljahr neues gibt. Meine Eltern kauften die Schulbücher von mir und meiner
Schwester, und so konnten wir vorweg schon mal schauen was uns im kommenden Schuljahr
erwartet. Die Kinder von kinderreichen Familien, konnten ihre Schulbücher
unentgeltlich von
der Schule ausleihen.
Da fallen mir eben einige Preise aus dem Schulbedarf
ein:
1 normales Heft A5 liniert oder kariert (von
Klasse 1.-4.) EVP = 0,10 M
1 dickes Heft A5 (für die höheren
Klassen) EVP = 0,42 M
1 Notizblock A5 (50 Blatt, holzfrei)
EVP = 0,50 M
1 Vokabelheft A6 EVP = 0,06 M
(wurde auch als "Muttiheft" genommen)
1 Heft A4 (etwas stabiler) EVP =
0,79 M
1 Schreibblock (holzfrei,
liniert/kariert) EVP = 0,95 M
1 Schnellhefter einfach EVP =
0,24 M
1 Bleistift EVP = 0,21 M
1 Bleistift mit Radiergummi EVP =
0,25 M
1 kleiner Stiftspitzer, bunte Plaste
EVP = 0,26 M
1 mittlerer Schulpinsel aus farbiger
Plaste EVP = 0,40 M
1 Kulimine EVP = 0,66 M
1 Holzlineal 20cm EVP = 0,14 M
1 Plastiklineal 20cm, Klarsicht
EVP = 0,70 M
1 großes rechtwinkliges Dreieck (27cm,
Klarsicht) EVP = 1,55 M
1 Rechenschieber (für die höheren Klassen) -
das
war unser Taschenrechner!
EVP = 13,00 M (weiß ich nicht mehr
100%'ig)

Mit diesem Rechenschieber
musste ich knifflige Matheaufgaben lösen!
Festgelegt wurde auch, dass
jedes Kind am Schwimmunterricht teilnehmen musste. Dieser fand im Februar während der
Halbjahresferien (Winterferien) statt, und man begab sich dazu in gesammelter
Gruppe ins nächste Stadtbad.
Für die Fahrtkosten kam der Staat auf. Wer keine Schwimmstufe erreicht hatte, bekam
automatisch eine schlechte Note im Sportunterricht, auch wenn er am
Schwimmunterricht teilgenommen hatte.
| Zu Beginn und zum Ende eines jeden Schuljahres war in der Schule
großer Fahnenappell. Da
hatten die "kleineren Klassen" (1.-7. Klasse) mit Pionierbluse und Halstuch zu
erscheinen, und die "Großen" (8.-10. Klasse) mit FDJ Hemd. Ansonsten gab es Appell
wenn sich ein oder mehrere Schüler durch besondere Leistungen im
schulischen und außerschulischem Bereich
verdient gemacht hat/haben, oder wenn ein oder mehrere Schüler durch rüpelhaftes, unkollegiales
Verhalten auffällig wurden. Diese(r) wurde(n) dann vor der ganzen Schule abgemahnt!
Da fällt mir gerade ein, dass es verboten war, in der Schule Niethosen (Jeans)
zu tragen. Man sah diese Hosen sicher als zu "westlich" an. Doch im
Nachhinein finde ich es richtig, so wurde der Neid untereinander schon
unterdrückt. Das heutige Problem unter den Schulkindern, sich mit Markenklamotten
hervortun zu müssen, kannten wir nicht! Die Kleineren trugen eben die abgelegten Sachen
der größeren Geschwister ab. Das war ganz normal so, und keiner war deswegen
schlecht angesehen! |
"Vollständiger
Wortlaut des Statuts" Klick
aufs Bild
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Durch die Unterhaltungen mit
meinen Schulkameraden erkannte ich, dass ich ihnen gegenüber oft im Vorteilt
war. Das ging schon mal los mit dem samstäglichen Bad! Bei den meisten gab es
zuhause nur eine große Zinkwanne, die für diesen Zweck aus dem Keller nach
oben gebracht wurde. Dann ging es weiter mit dem Telefon. Es war ein Privileg,
wenn man einen Anschluss hatte, und Dank der Arbeit meiner Mutti (sie
arbeitete freiberuflich als Kunstgewerblerin), hatten wir einen sprechenden
Knochen. Dafür besaßen einige meiner Freundinnen ein Fahrrad, was ich nicht
hatte. Und wenn ich so zurückdenke, ist ihnen trotz der Gefahren im
Straßenverkehr nichts passiert, obwohl sie keinen Fahrradhelm trugen, denn so
etwas gab es nicht. Mittagessen gab es in der Schule auch, und für viele
berufstätige Eltern schulpflichtiger Kinder war es sicher beruhigend, dass ihr
oder ihre Sprösslinge für eine der Hauptmahlzeiten versorgt waren. Eine
Wochenkarte für die Schulspeisung kostete 2,75 M., das waren fünf
Tageskarten. Nach der Schule ging es nach hause und es wurden die Hausaufgaben
erledigt. Die Kinder, deren Eltern noch im Arbeitsprozess standen oder jene, die
mit dem
Schulbus fuhren, konnten nach dem Unterricht in den Hort gehen und dort ihre
Hausaufgaben erledigen, oder sich anderweitig unter Aufsicht eines Erziehers
beschäftigen. In seiner Freizeit traf man
sich mit Freundinnen und unternahm etwas zusammen. Unsere Eltern mussten keine
Angst haben, dass wir eventuell entführt werden könnten, und sie konnten sich
darauf verlassen, dass wir abends heim kamen. Natürlich haben wir auch aus
Unüberlegtheit Unfug angestellt, doch aus Fehlern lernt man. Auch
wir Schwestern machten solche Dummheiten! Wir hatten das Glück in einem
Einfamilienhaus aufzuwachsen. Es gab ein Unter- und ein Obergeschoss. Die
Holztreppe, die nach oben führte, war auf einer Seite sozusagen offen,
und als Geländer und zum Schutz befanden sich lange, runde bis zur Decke des
Obergeschosses reichende, rot gestrichene Holzstangen. Wer von uns Mädchen
damals auf die Idee kam, den Kopf zwischen zwei solcher Stangen zu stecken, kann
ich heute nicht mehr sagen. Auf alle Fälle taten wir es des öfteren, und es
machte uns solange Spaß bis meine Schwester mit den Ohren hängen blieb, und
nicht mehr heraus kam! Sie heulte - ich auch, und voller Aufregung rannte ich zu
Vati und berichtete unter Schluchzen, was passiert war. Er kam eilends zu Hilfe,
und versuchte ihren Kopf zu befreien. Nichts ging. ....Vati ging auch!...aber er
kam wieder, bewaffnet mit einer Säge! Noch nie hatte ich solche Angst um meine
Schwester wie in diesem Moment, und unter Tränen schrie ich: "Nicht den
Kopf absägen!" Doch zu meiner Beruhigung sägte Vati, ohne ein Wort zu
sagen, eine dieser Unglück bringenden roten Stangen ab!
Damals gab es keine Handys, was
heute undenkbar ist. Und wenn's beim Spielen mal ne Schramme gab, kam halt ein
Pflaster drauf. Aber so lernten wir auch, auf uns selbst aufzupassen. Bei uns
gab es auch Süßigkeiten, oder mal schnell ein Wurst- oder Marmeladenbrot,
aber übergewichtige Kinder gab es kaum, im Gegensatz zu heute. Wir spielten,
tobten und unternahmen viel an frischer Luft ......tranken alle aus einer
Flasche oder kosteten beim anderen mal am Lutscher, .....keiner hatte
irgendeine Allergie, obwohl nicht gleich alles desinfiziert wurde. Wenn das
Wetter nicht so toll war besuchte man sich gegenseitig um zu basteln oder um
irgendetwas anderes zu tun. Computer gab es nicht, auch gab es keine Playstation
& Co .......es gab Radio, Plattenspieler und Schwarz/Weiß
Fernseher.
Mit Fernsehen hatten wir nicht so viel am Hut, es gab genug andere Dinge die man
tun konnte. Aber Samstag Nachmittag um 14.30 Uhr war Kinderfernsehen, das haben wir
nicht verpasst! "Professor Flimmrich" hieß die Sendung, später war
es die "Flimmerstunde", und es wurden Märchen- und andere schöne
Kinderfilme ausgestrahlt. Als ich schon etwas älter war, durfte ich am
Samstagabend mitschauen. Ansonsten, über die Woche, mussten wir 20.00 Uhr
ins Bett. Aber wir durften noch Radio im Bett hören, jede von uns Mädchen
hatte in ihrem Zimmer ein altes Röhrenradio aus Oma' s Zeiten. Es dauerte zwar eine
ganze Weile bis ein Ton kam, aber wir fanden es toll. Wir hatten
Pflichten und Freiheiten und lernten damit umzugehen. Und so verging Jahr um
Jahr.

Vor der Jugendweihe-Feierstunde
/Klubhaus Berga/Elster Aufnahme von 1974
Mit 14 Jahren hatte ich Jugendweihe, da wurde ich feierlich in die Reihen der
Erwachsenen aufgenommen. Drei Schüler aus meiner Klasse hatten statt dessen
Konfirmation, und mussten zur Vorbereitung (Konfirmationsstunden) den
Schulunterricht verlassen. Das hat man nicht so gern gesehen, denn Staat und
Kirche.....das vereinbarte sich nicht. Wir "Jugendweihlinge" hatten dafür die
sogenannten Jugendstunden. Es wurden einige Tagesausflüge und ein mehrtägiger
Wandertag in eine Art Jugendherberge mit der ganzen Klasse unternommen. Des
weiteren wurde während zweier Schulstunden vor Ort der Ablauf der Feierstunde
erklärt und das "Treppe hinauf steigen zur
Bühne" geübt, dass zur Feierstunde (sie fand immer zu Ostern statt)
nichts schief ging. Letzteres war eher für die Mädchen wichtig, da viele von ihnen
erstmals zur Jugendweihe mit Absatzschuhen liefen, und das musste man üben!
Auch ich musste üben
;o)
|
Mit dem vollendeten 14.
Lebensjahr bekam man seinen Personalausweis, der auf der "Deutschen
Volkspolizei" abzuholen war. |
|
Innerhalb der Sommerferien nach der 8. Klasse
konnte man
erstmals für maximal drei Wochen in Betriebe arbeiten gehen. Diese Gelegenheit haben viele genutzt,
da man sich in diesen zwei oder drei Wochen Arbeit, einiges an Geld
verdienen konnte. Anfang der 9. Klasse,
durfte man in den "Kartoffelferien" (1 Woche
Herbstferien im Oktober), bei der Kartoffelernte auf den
Feldern mithelfen, und sich so sein
Taschengeld etwas aufbessern.
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Im 8. Schuljahr ist man der Freien Deutschen Jugend (FDJ) beigetreten.
|
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Nach Beendigung der Prüfungen in der
10. Klasse, wurde eine letzte gemeinsame Klassenfahrt (Abschlussfahrt)
unternommen. Das Ziel unserer Klasse war ein Bungalow- und Zeltlager an der
Ostsee, nahe der Insel Rügen. Mit Ausflügen zu Museen und Sehenswürdigkeiten
der näheren Umgebung, einem Tagesausflug ins benachbarte Polen, Badespass in
der Ostsee und Tanzvergnügungen an manchen Abenden, verbrachten wir zwei
schöne erlebnisreiche Wochen, bevor jeder seinen eigenen Weg einschlug, und mit
Beginn seiner Lehre ins Berufsleben trat.
Zum neuen Schuljahresbeginn begann auch
die Lehre. Von diesem Zeitpunkt an war man kein Kind mehr, so habe ich es
jedenfalls empfunden. Und ich kann sagen, dass
diese Zeit wirklich eine der schönsten war. Man war jung, voller Ideen und
Pläne, war zwar noch nicht volljährig aber wurde als Erwachsener behandelt,
hatte mehr Freiheiten aber auch mehr Pflichten, und man war selbstständig
(zumindest fast - wenn man
vom Lehrlingslohn abgesehen hat). Mit dem Eintritt
ins Berufsleben erhielt man einen Sozial-Versicherungsausweis.
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Sozial-Versicherungsausweis der
DDR
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Man trat pflichtgemäss der DSF
(Deutsch Sowjetische Freundschaft) bei und zahlte monatliche Beiträge.
(Bild rechts) Desweiteren trat man dem FDGB bei. Eine Mitgliedschaft
beim FDGB hatte zum Vorteil, einen FDGB-Urlaubsplatz zu bekommen, und
kostengünstiger dahin zu gelangen. Jedes größere Werk hatte seine
eigenen mehr oder weniger begehrten FDGB-Urlaubsplätze. (FDGB-Ausweis
oben links)
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Wir Kinder der DDR wurden im
sozialistischen Sinne erzogen, und über das Pro und Contra könnte man
heute stundenlang diskutieren. Dass wir dabei in eine bestimmte Bahn
gelenkt wurden kam uns nicht zu Bewusstsein, - wie auch - wir wuchsen so
hinein, kannten es nicht anderes und alles war ganz normal. Aber wir
fühlten uns aufgehoben und sicher, das war wichtig.
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